Archiv für November, 2010

Alltagsphänomen

Veröffentlicht: November 30, 2010 in Persönliches

Nun passiert das, was ich von vorn herein befürchtet habe: Ich sehe ein, dass ich keinen Blog brauche, weil ich – zumindest temporär – gar kein Mitteilungsbeürfnis habe.

Gelogen: Ich habe Mitteilungsbedürfnisse, aber ich möchte selektieren können, denn meine Mitteilungen, die ab und an in die Welt wollen, sind nie für die ganze Welt gleich gut (oder es ist für mich nicht gut, wenn ich mich der Welt mitteile).

Manches möchte ich nur mit einem spezifischen Menschen teilen, anderes könnte gern jeder lesen, ausser vielleicht einer Person. Ein Dilemma, dass meine Allgemeingültigkeit der Worte so gering ist.

Eine Sache darf aber die ganze Welt wissen: Ich finde es doof, dass es überall zu schneien scheint, nur nicht vor meinem Fenster! So.

Fragwürdig

Veröffentlicht: November 23, 2010 in Aus Langeweile
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Fragwürdig bleibt die Tatsache der Notwendigkeit, mit einem Handy zu bloggen. Natürlich muss ich es ausprobieren, nachdem WordPress die erste  sinnfreie “ App“, die ich runterlud, ist. Mein Junkytum ist noch zu minimalistisch, denn schon nach dem Besitzen des Mailaccounts und einem Bahnfahrplan war ich unsicher, was ich zudem benötige. Nichts?
Und kann mir jemand eine Wortalternative zu „App“ nennen? Ohne iPHONE klingt der Begriff noch fragwürdiger als ohnehin schon. Am liebsten in meiner Sprache und ohne Abkürzung- kann man Anwendung sagen?
Mit der WordPressanwendung bin ich zunächst recht zufrieden. Wenn es denn eine ist.

Vereinssuche

Veröffentlicht: November 23, 2010 in Aus Langeweile, Persönliches

Wenn meine Eloquenz nur irgendwann groß genug ist den folgenden Text satzungstauglich zu verfassen, steht einem neuen Leben nichts mehr im Weg!

Es wird Zeit dafür, denn mal ehrlich: Wer wünscht sich nicht dann und wann ein Neues Leben herbei? Wenn ich jemals Mitglied in einem Verein werde, dann in diesem!

 

Neues Leben n.e.V

1. Du hast (D)eine eigene Definition des Gruppentitels und verspürst den starken Drang dazu, damit zu sympathisieren.
2. Ein elitärer Habitus umgibt Dich. Gleichberechtigung ist eine schöne Sache aber nicht überall anzuwenden.
3. Du musst nichts konkret ändern wollen, aber Du musst tendenziell an bessere Zeiten glauben (oder darauf trinken).
4. Dein optisches Erscheinungsbild ist neben hygienisch auch attraktiv für eine nicht zu verachtende Anzahl Menschen, die selbst in dieser Gruppe sind oder es den Kriterien nach sein könnte.
5. Latenter Weltschmerz herrscht vor.
6. Es ist gelegentlich „Alles Scheisse“. Das ist kein Gejaule sondern eine Tatsachenbeschreibung.
7. Deine Intelligenz oder Deine Allgemeinbildung heben sich (mindestens in relevanten Bereichen) deutlich von Deinen Mitmenschen ab – zumindest glaubst Du es und kannst so tun als ob.
8. Hedonismus ist ein Weg!
9. Dekadenz eine Alternative.
10. Du akzeptierst, dass einfach nicht jeder beitreten kann.

Kannst Du Dich mit 7 oder mehr der oben genannten Punkte identifizieren, kannst Du ein Beitrittsgesuch schicken.

Dekadenz

Veröffentlicht: November 23, 2010 in Persönliches
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Ich habe es getan. Lange widerstanden und doch schwach geworden.

Das Objekt der Sünde

Das Objekt der Sünde

Es wird mir ein Verhängnis sein, ich ahne es.

Google Maps Street View mal unpolitisch:

Da hört man früh in den Nachrichten, dass die eigene Stadt nun dreidimensional begehbar sei. Gut, denkt man sich, muss man sich mal genauer anschauen.

Ganz unbedacht schaue ich erstmal das Gebäude an, in dem ich arbeite und staune nicht schlecht, als ich ziemlich filigran in meine Nachbarbüros blicken konnte. Gesichter zwar unkenntlich gemacht, aber man weiss schliesslich, wer dort stehen müsste. Erstes leise Stimmen im Kopf hinterfragen, ob ich es nicht bedenklich finden sollte, wie gut man einer Umzugsfirma beim Auspacken zuschauen kann. Ich reise nach Hause, in meine gut sichtbare Strasse. Alles harmlos; es scheint früh am Morgen aufgenommen worden zu sein, da die meisten Parkplätze frei sind. Meine Fenster im 4. OG bleiben schier unsichtbar, der Baum davor trägt auch noch Laub, das ist schon ganz putzig zu sehen. Es stehen auch keine verdächtigen Autos vor der Tür (ob die Scheidungsrate steigt, weil nun zahlreiche ungeahnte Besuche entdeckt werden?) und kein Nachbar ist unten (oder oben) ohne  zu sehen.  Lies Spiegel! Wohl aber ein Mensch am Ende der Strasse auf dem Weg zum Wertstoffhof mit beladenem Fahrrad voller Müll. Nennen wir ihn Manni. Manni ist, abgesehen vom Gesicht, gut erkennbar und wird sich bestimmt nicht freuen, in Zukuft für seine Bekannten, die ihn sicherlich finden, Müll-Manni zu sein. Ums Eck sehe ich das erste zensierte Haus. So sieht das also aus. Nun ist meine Neugier geweckt, das zu sehen was ich sowieso jeden Tag sehen darf. Ich teste die Adressen der mir nahestehende Menschen. Da ich ohnehin nur jene Adressen kenne, die sich nahe meiner befinden oder Postkartenempfänger sind, ist die Auswahl begrenzt. Nummer eins meldet von sich aus, dass das Haus, in dem er lebt unkenntlich ist. Nun, ich hatte das erwartet, allerdings hätte ich auch erwartet, dass er selbst dafür verantwortlich wäre, doch dem schien nicht so. Anders meine Folgeversuche – schätze ich.

Person zwei lebt in einem eigentlich für den Stadtteil zu nobelem Haus – unsichtbar. Türlich, wäre auch noch schöner, wenn ich nun auch noch virtuelle Besuche vornehmen könnte. Person drei wird angerufen, dort ist unstrittig, dass nur die Person selbst den Wunsch des Unsichtbaren hatte. Mit Person vier erhielt ich mir mit Spannung für weitere Recherchen bis zum Abend, aber wenn jemand nichts preisgeben will, dann jener. Ausradiert.

Ob diese Menschen ahnten, dass sie Freunde wie ich haben würden, die sofort testen, wie ihre Wohnstätten aus Kameraperspektive ausschauen?

Bestimmt. Ich habe nichts zumindest anderes erwartet – und sie vielleicht auch nicht. 😉 Da ich meine Stadt mit eigenen Augen kenne, will ich nun auch nichts mehr erkunden, wenn meine Freunde mich ausbremsen.

Ein klassischer Optikkauf, der den ersten Satz des Klappentextes unterstützt:

„Es mag Zufall sein, dass gerade Du dieses Buch in den Händen hältst.“

Von McFadyen hatte ich nie etwas gehört geschweige denn gelesen. Nun habe ich es gemacht und weiss, dass ich es nicht unbedingt wieder tun muss, jedenfalls nicht, falls es um die Ermittlerin „Smoky“ eine Reihe gibt. Knapp 450 Seiten lasen sich zwar schnell und halbwegs spannend (für einen Thriller eher zu wenig spannend), aber ich glaube, ich habe langsam genug religiösen Fanatismus als Aufhänger gelesen. Das Thema ist eigentlich gar nicht mal so übel, wenn auch z.T. abgedroschen, aber es weckt ein Paar Fragen ob Wahrheit bedingungslos gut sein kann und ob Schuld wandelbar oder sühnbar ist etwa.

Missfallen hat mir die Hauptperson der Ermittler, deren tragische Vergangenheit allem ihren Persönlichkeitsstempel aufsetzen sollte. Eine starke, entstellte Frau, die nun ihre beruflichen Erfolge feiert, eben weil sie dem Mord von Mann und Tochter beiwohnte, daraus lernte und statt zu  zerbrechen an sich wächst. Blabla.  Einzig die daraus resultierende Liebesgeschichte, die jedes solcher Bücher hat, war angemessen in ihrer Darstellung – sehr nüchtern. Mir leuchtet auch nicht ganz ein, warum nach durchackerten Nächten kurze Ruhepause konsequent von allen Ermittlern zum Sex genutzt werden, aber bitte… wenn Ermittlersmalltalk so aussieht (passiert ist für den Leser nämlich nichts).

Letztendlich geht es um Erlösung und Sünden. Und wie alle Opfer im Buch möchte ich beichten: Meine Sünde war uninformiert dieses Buch zu kaufen, aber nun bin ich davon erlöst.

Fazit: Mittelmaß – höchstens. Da hilft auch die Gestaltung des aufklappbaren, innen blutigen Covers nicht.

Schaf im Wolfspelz

Veröffentlicht: November 11, 2010 in Persönliches

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