Lesend: Murakamis 1Q84, zum Zweiten

Veröffentlicht: Januar 16, 2011 in Literatur
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Nun, dass ich schon beim Lesen eines Buches etwas dazu sagen möchte, geschieht selten. 1000 Seiten sind zwar 1000 Seiten und Murakamis Sprache gewohnt einfach, aber das Lesen dauert länger als ich erwartet hatte. Möglich, dass es an der Erkältung liegt, in deren Schlafpausen ich lese, aber eigentlich ist es mir sehr recht, so habe ich länger etwas davon. 550 Seiten verbleiben mir noch, es ist also bald die Hälfte erreicht.

Vor einigen Seiten (oder Lesestunden) erreichte ich endlich die Stelle, auf die ich gewartet hatte: Ich erkannte, dass die nebeneinander her laufenden, sich abwechselnden Erzählstränge überschneiden und näher kommen. Ehrlich gesagt wäre ich herbe enttäuscht gewesen, wäre dem nicht so gewesen.

Dadurch wächst allerdings die Angst, dass Murakami, wie so oft, seinen Roman nicht nach meinem Geschmack enden lässt, aber bevor ich mir davon das Lesen verderben lasse, stürze ich mich in die nächsten Seiten. Die Hoffnung auf Teil III kann ja vorerst einiges ausgleichen.

Mir gefallen die beiden Hauptcharaktere der Erzählstänge sehr gut, auch wenn in dem einen die Tendenz vom abgebrühten Vamp zu feministischem Gerechtigkeitssinn zunimmt. Eine phantastische Tendenz lässt sich erahnen, stört mich aber glücklicherweise nicht. Was macht es schon, ob man einen, oder zwei Monde sieht?Ein bisschen Politik, ein bisschen Religion – zumindest dem Anschein nach. Sicher weiss man es bei Murakami ja doch nie.

Noch durchaus lesenswert und mit einer Spannung zu verfolgen, wie es weitergeht. Auf S. 409 entdeckte ich endlich die Zeile, von der ich längst ahnte, dass ich sie in diesem Roman würde entdecken:

„Die Zukunft ist für uns alle ein unbekanntes Terrain, von dem es keine Landkarte gibt. Was uns hinter der nächsten Ecke erwartet, wissen wir erst, wenn wir abgebogen sind.“

Mich stört bereits jetzt, eine volle Woche vor mir zu haben und damit nur portionierte Lesezeit.

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Kommentare
  1. Meine Lieblingsbücher von Haruki Murakami sind nach wie vor „Gefährliche Geliebte“ und „Naokos Lächeln“. Schon die ersten Zeilen in „Naokos Lächeln“ zogen mich sogleich in den Bann und in die Situation hinein. So wie auch „Gefährliche Geliebte“, welches ich bereits mehrfach gelesen habe und in dem man sich wie in wunderbaren Träumen verlieren kann. Ich mag sowas.
    LG von Rosie
    P.S. Das hier von dir beschriebene liegt bisher noch nicht auf meinem Tisch…..

    • mentizidal sagt:

      Es freut mich zu hören, dass wir offenbar exakt den selben Geschmack haben. Als Lieblingsbücher von Murakami benenne ich stets auch jene beiden und erkannte, dass ich die „phantastischen“ Sachen einfach nicht so mag wie die „schlichteren“ Geschichten des Lebens. 1Q84 vereint zwar beides, aber die Geschichten um die Personen wirst Du vermtlich mögen (ich bin nun auf Seite 700 etwa und kann bisher darüber nicht klagen).
      „Gefährliche Geliebte“ zu verschenken kommt übrigens mitunter komisch an, also mein Tipp: Den Lesegenuss für sich behalten! 😉

  2. paleica sagt:

    ich hab erst ein buch von murakami gelesen und das hat mich jetzt nicht sooo begeistert wie ich erhofft habe. das annähern von unterschiedlichen erzählsträngen klingt aber sehr interessant. vielleicht schreibst du ja noch, wie dir das ende gefallen hat, dann weiß ich, ob es sich für mich lohnen würde ^.^

  3. mentizidal sagt:

    Welches hast Du gelesen? Vielleicht gelingt mir ein Vergleich.

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