Archiv für April, 2011

Leute

Veröffentlicht: April 25, 2011 in Streetart

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Pumuckel

Veröffentlicht: April 25, 2011 in Streetart

Gartenzwerg

Veröffentlicht: April 25, 2011 in Streetart

Gartenzwerg


Einsamkeit und Sex und Mitleid.

Einsamkeit.Und.Sex.Und.Mitleid. Völlig klar und ähnlich deutlich wie:  „Ich geb Dir 100 Euro, wenn ich Dich lecken darf.“ So ist Krausser in diesem Werk, klar, deutlich, fordernd und schonungslos deskriptiv.

Mal ganz ehrlich, allein der Titel des Buches hat es verdient, gekauft zu werden und ganz sicher geschah die Kaufentscheidung nicht zuletzt deswegen. Krausser ist mir in „Eros“ in Erscheinung getreten und hat mittels der „Schmerznovelle“ meine Aufmerksamkeit erfahren, so dass es wenig Überwindung kostete, diesen Roman in die Hand zu nehmen. „Einsamkeit und Sex und Mitleid“ erzählt viele Geschichten unterschiedlicher Figuren in Berlin, die alle auf ihre Art allzu bekannt sind. Kneipenbedienungen und Trinker, Jugendliche, Migranten, Callboys,  Frauen in der Midlifecrisis – der klassische Querschnitt der gesellschaftsnahen Randgruppen mit kleinen aber doch nicht existenzbedrohenden Problemen.

Jede Geschichte beginnt für sich, bis es im Verlauf des Romans immer mehr Berührungspunkte der Akteure gibt, man trifft sich, zufällig oder auch nicht, interagiert, oder auch nicht. Ein bisschen erinnerte die Struktur mich an Kehlmanns Ruhm, nur sind die Berührungspunkte häufiger, die Geschichten anders und der Handlungsort ausschließlich Berlin (möglch, dass der Berliner sich daran sehr erfreuen kann, mir scheinen die zuordnungen nicht beliebig).

Was das Buch lesenswert macht, ist die Natürlichkeit der Macken und Manien der Protagonisten, die alle ein bisschen „durch“ sind, aber eben lebensfähig durch.  Versprechen werden gemacht, manche sogar eingehalten. Wenn man schreibt, dass es um Beziehungsprobleme, Sex, Alkohol, Freundschaft und Liebeskummer geht, klingt das zu banal um dem lockeren aber nicht läppischen Inhalt gerecht zu werden. Es ist ein bisschen rührend, ein bisschen komisch und ein wenig spiegelnd.

Ach, ich mochte es. Punkt.

Bambi wanted

Veröffentlicht: April 13, 2011 in Streetart

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Pippi

Veröffentlicht: April 13, 2011 in Streetart
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Frühling

Veröffentlicht: April 10, 2011 in Aus Langeweile
Schlagwörter:, ,

Heute war Frühlingswetter. Um mir selbst zu beweisen, dass da draussen Frühling ist, ging ich zu einem Flohmarkt, denn das tue ich üblicherweise im Frühling und Gewohnheiten sind ein relativ verlässliches Gut.

Flohmarktbesuche an ersten frühlingswarmen Tagen sind natürlich eine denkbar schlechte Idee, wenn man überhaupt keine Menschen sehen will, aber da Kopfhörer ein probates Mittel gegen zu viel Mitmenschlichkeit sind, wollte ich nicht sogleich umdrehen und ging durch Sonne und Gassen, bis ich an ein Auto kam, auf dessen Motorhaube eine Menge Bücher lagen, die mein Opa im Kamin hätte auf die einzige, mir noch einleuchtende Daseinsberechtigung reduzieren können. Jemand fragte nach dem Preis des Brennmaterials, ein normal dickes Taschenbuch wurde der dickeren Verkäuferin hochgehalten. „N Euro die mitteldicken.“ Achso, es geht nach Dicke. Eine gar nicht so unlogische Staffelung, zumindest für Nichtleser. Diese Einsicht und das Mitgefühl für das einzige mir bekannte Büchlein auf der warum auch immer wollbedeckten Motorhaube führten dazu, dass ich erstmals völlig bewusst etwas erstand, was bereits einmal oder irgendwie auch zweimal in meinem Regal steht -üblicherweise geschieht das nur aus mangelndem Überblick oder Unbedachtheit. Brechts Liebsgedichte in einer sogar ziemlich hübschen und gar nicht ranzigen Ausgabe für günstige 20 Cent (ist ja dünn und die Seiten nichtmal voll!).

Ein bisschen mehr Frühling flog in meinen Kopf, als ich mich zu den Infected Mushrooms versuchte, der schlechten Laune mittels völliger Verausgabung zu entziehen. Es gelang bedingt und ich bin heute froh gewesen, portable Technik zu besitzen, die mir Musik spielen kann und trotzdem das Eintreffen einer Nachricht ankündigte, die noch ein Funken mehr Frühling durch liess. Ist die Musik nur laut genug, kann der Kopf gar nichts anderes mehr denken – praktische Erkenntnis.

Wenn sich nun noch meine Fenster putzten, dann wären die wichtigsten Gewohnheiten abgearbeitet und ich könnte den Frühling auch willkommen heissen. Ein bisschen.