Wie Arne Dahl Jan Arnald wird.

Veröffentlicht: Mai 30, 2011 in Ausgelesen
Schlagwörter:, , , , ,

Nicht andersherum. Dahl, gut bekannt, längst, die Krimireihe, geschätzt, verfolgt.

Wohl gewusst, dass Dahl das Pseudonym ist, aber mich nie damit befasst, wer eigentlich Jan Arnald ist. Nicht geahnt habe ich, dass er mir lieber werden würde.

Über „Maria und Artur“ kann ich wenig sagen; beide schwedischen Dichter sind mir unbekannt, aber wie sie mir im Buch präsentiert werden, waren sie mir sehr nah.

50 gemeinsame Jahre beschreibt das Buch, auch die Zeit davor und danach um zu zeigen, wie das eigentümliche Schriftstellerpaar sich findet, entwickelt und den anderen ziehen lassen muss. Arnald gelingt es in ansprechend sachlichen Worten ohne Schnörkel eine Beziehung der beiden aufzuzeigen, die trotz aller Tiefen und Enttäuschungen kaum wundervoller sein könnte. Jahrzehnte des Reisens, der Flucht vor dem anderen, Jahrzehnte voller beflügelnder Affären und noch beflügelnderer Liebhabereien, Verliebtseinsphasen und Phasen des intensiven Austauschs mit anderen führten stets dazu, zu erkennen, wo der Heimathafen ist, wo die Sicherheit wartet. Zwei Menschen, die sich höchstens durch ihre Freiheit einschränkten, die sich unendlich liebten und sich stets losliessen, werden dem Leser von Jan Arnald vorgestellt. Wenn ich auch im ersten Drittel noch dachte, ob das metaphernreiche Buch mit seiner stringenten Erzählung zweier Leben mir gefallen könnte, hat es mich in der Mitte überzeugt, nicht zuletzt, weil beide Autoren mitreissende Erlebnisse hatten, um mich zum Schluss, und das ist das beste Zeichen, auf den letzten 10, 15 Seiten mit einer Gänsehaut zurückzulassen. Sie altern. „Sie altern in einer Form von Chaos. Aber dieses Chaos hat dennoch Leben in sich. Sie kommen sich näher. Sie leben in der Klaustrophobie des anderen. Es ist wahnsinnig. Und es ist schön. Es hat eine eigene grausige, erschreckende Schönheit.“ (S. 283)

Ich habe eigentlich kein Interesse an Biographien. Ich habe eigentlich kein Interesse an Liebesgeschichten. Doch uneigentlich ist dieses Buch eine große Bereicherung gewesen.

Jan Arnald: Maria und Artur. Roman einer Schriftstellerliebe. Pieper. München,  2008.

Advertisements
Kommentare
  1. Vielen Dank für den Tipp! Dieses Buch werde ich mir schnellstens besorgen! Und ich werde es sofort anfangen zu lesen!
    LG von Rosie

    • susannehaun sagt:

      Ich werde mir das Buch auch besorgen … wie klein die Netzwelt ist, ich suche Jan Arnald in google und finde Rosi hier ….

      Das bestärkt mich, auf diesem Blog zu verweilen und zu stöbern ,,,, danke für den Linktip

      Grüße von Susanne

      • mentizidal sagt:

        Das freut mich. Da ich das Buch sehr empfehlen kann, kann ich dich nur bestärken. Vielleicht lese ich mal wieder etwas, was Dir gefällt. 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s