Jahresrückblick – Egoistisches Zeitempfinden

Veröffentlicht: Dezember 25, 2011 in Persönliches
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So ein Jahr ist ganz schön lang. Dass dieses Jahr besonders kurz erschien, ist mein eigenes Verschulden, weil ich Bewährtes ändern wollte, weil ich mir manche Orientierung nahm und ein paar Wege links und rechts meines geplanten Weges erkundete und damit die Zeit wie im Fluge zerrann..

Das Jahr endet, obwohl ich kurz vor einer erneuten Landflucht stehe, mir einem schwachen Gefühl des Angekommenseins. Angekommen in dem, was ich tue, angekommen auf zumindest einem Zweig des Weges.

In diesem Jahr habe ich manche Menschen  enttäuscht. Ich habe lange überlegt, ob ich mich bei denen entschuldige, die sich stets um meinen Kontakt bemüht haben, wofür ich dankbar bin, ohne dass ich diesen Wunsch erwiderte. Ich habe mich dagegen entschieden. Das einzige, was mir leid tut, ist die Tatsache, dass ihr eure lieb gemeinten Energien nicht in Andere investiert habt. Glücklicherweise bin ich in  der hervorragenden Position, mit meinem Umfeld mehr als zufrieden zu sein. Alles was ich mir wünschen kann, habe ich. Aufrichtige, treue und zuverlässige Freunde, spannende Begegnungen, bereichernde Gespräche und schöne Konstanten. So hart das klingen mag, aber ich habe nicht für Alles auf dieser Welt Zeit, was es wert wäre, Zeit zu finden. Und ich habe für mich erkannt, dass ich ohne schlechtes Gewissen meine Zeit so aufteilen muss, wie es mir gut tut, nicht nach dem dubiosen Gerechtigkeitsempfinden, was etwas von kinergeburtstaglichem „Wenn-Du-mich-einlädst-lad-ich-Dich-auch-ein“. Weil ich Dich besuchte, heisst das nicht, dass ich Dich zu mir hole. Und nur, weil ich Dich in einem Moment gern um mich hatte, bedeutet das nicht, dass ich zu Dir kommen werde. Wie so oft vertraue ich (naiv) auf das Verständnis meines Gegenübers für feine Signale, wann Kontakt erwünscht ist. Befreien möchte ich mich vom schlechten Gewissen, eine SMS oder Email nicht beantwortet zu haben, weg möchte ich vom Verpflichtungsgefühl. Kontakte sind keine Pflichtgeschäfte. Daher danke ich denen, die mir einen Platz in ihrem Leben eingeräumt haben, die sich von sich aus bei mir meldeten – ob ich es erwiderte oder nicht. Die, die ich besonders schätz(t)e, werden es gemerkt haben, denn denen werde ich, ohne jeden Zwang, Zeitfenster geöffnet und Herzlichkeit geschenkt haben (hoffe ich).

Es ist nicht schön, zu wissen, dass man Menschen enttäuschte, weil man ihnen nicht das zugestand, was sie sich wünschten. Doch ich kann es nicht Jedem recht machen. Ich hoffe, voller Idealismus, dass jene, denen ich Zeit und Raum schenkte, ein wenig damit anfangen konnte, sowie Eure mir geschenkte Zeit mich sehr bereichert und gestützt hat.

Die letzten Tage des alten Jahres nutze ich, wie immer, um jene Augenblicke, Begegnungen und Worte festzuhalten, die die Bezeichnung „etwas Besonderes“ – positiv wie negativ – verdient haben. Mancher wird sich finden. Mancher nicht. Schließlich sind (fast) alle Dinge im Leben Phasen, bei denen es schön ist, sie nicht allein zu durchschreiten.

Worte folgen.

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