Archiv für die Kategorie ‘Uncategorized’

Der morgen danach

Veröffentlicht: Juli 12, 2012 in Uncategorized

Wenn Du aufwachst, und über die Wohnung verteilt neun leere Sektflaschen findest, zwei Flaschen Schnaps leer sind, diverse andere Dinge, über die Du noch keinen Überblick hast, nicht mehr da sind, dafür aber Dein gesamter Inhalt des Geschirrschrankes klebrig herumsteht, die Süssigkeitenkiste ratzeputz leer ist, in jedem Raum ein Blumenstrass steht, Bravohits vor der Musikanlage liegen, der Schädel brummt, der Fussboden knistert, und der Appetit mäßig ist: dann hast Du womöglich eine schöne Feier gehabt. Dunkel erinnerst Du Dich, dass Du im Morgengrauen die letzten Gäste hinausgeleitet hast, fragst Dich, wie dieses oder jenes geschehen konntest um doch festzustellen: Eigentlich ist alles wie immer!

 

Dafür, dass ich höchstens mit einer Handvoll Freunden rechnete, wurden meine Nachbarn mit Manowar und Rauchern auf ihre Belastbarkeit geprüft. Super Sache.

 

Es tut mir leid, dass ich die, die viel Zeit investierten um diese beeindruckende Meute zusammenzutrommeln, die ich so nicht erwartet hatte, verletzte, weil ich ihre sicherlich liebevollen Vorbereitungen wenig wertschätzte. Mir wurde das eine oder andere im Laufe des Abends verraten, und insgesamt bin ich ganz froh, so einen sturen Kopf zu haben. Den Discopogo tanze ich euch bestimmt noch! Im Zweifel auch mit Krone. Fürs nächste Mal: Erst Alkohol, dann Schnapsideen! Schön, dass ihr den gestrigen Tag mit mir verbracht habt, früher Feierabend machtet und andere Termine verschoben habt, obwohl ich zunächst sicher nicht den Eindruck vermittelt habe, als seid ihr willkommen. Wenn meine Familie bisher noch glaubte, ich sei ein seriöser Mensch, könnte nun der letzte Funken Hoffnung gestorben sein.

 

Danke für allem an Katha für Mut und Ausdauer. Wenn Du 30 wirst, werd‘ ich Dir zur Seite stehen 😉 Das Kostüm stand Dir übrigens ganz ausgezeichnet, soweit ich das auf dem Foto beurteilen konnte. Schade, dass Du den harmonischen Teil des Abends vepasstest.

 

Darüber hinaus haben über 90 Personen meinen Blog gelesen: Danke dafür. Nicht jeder hat es verstanden, aber das fällt unter natürliche Selektion. Danke für Karten, Pakete, Anrufe, Sms und Emails. Erwartungsgemäß hat Nils den Kreativitätspreis verdient.

 

Und jetzt erfreue ich mich an 1400Gramm Nutella, einer Magnunmflasche Sekt und warte, bis die Lilien duften. Zwischendurch lasse ich mr vielleicht eine Pizza kommen und fühle mich leidend so alt, wie ich bin.

Deep inside of you…!

Veröffentlicht: Juni 10, 2012 in Uncategorized

Sonntagabend.

Sonntagabend.

Sonntagabend.

Kann nicht mehr geh’n. Kann nicht mehr steh’n.

Sonntagabend.

Apotheken in Chinatown

Veröffentlicht: Januar 12, 2012 in Uncategorized
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Apothekerschrank bekommt hier eine ganz neue Bedeutung. Schulmedizin neben allerhand Kuriosem für Europäer.

Daumenspalterei

Veröffentlicht: Dezember 6, 2011 in Uncategorized

Wenn ich in der Lage wäre, technisch wie technisch, Makroaufnahmen zu machen, würde ich gern einen schrägen Blick auf meine Daumenkuppe verewigen, die ich heute mit einem nicht besonders scharfen Brotmesser zu spalten versuchte. Nicht direkt mit Absicht, wohl aber mit einigem ästehischem Geschick, denn ein Millimeterkrater dort, wo er nicht sein dürfte, ist definitiv faszinierend anzusehen.

Es sind Unzulänglichkeiten, die den Blick einfangen.

Glücklicherweise interessiere ich mich nicht für meine Knochen und erfreue mich meiner Weisheit, keins meiner scharfen Messerchen zum Öffnen des Nilkolauspaketes genutzt zu haben.

Doch ehrlich gesagt hätte ich aus meinen Schuhen auch keine Scholokade essen mögen. Insofern ist  – mal wieder – alles gut. Künftig werde ich statt Daumen dennoch lieber wieder Haare spalten. Sicher ist sicher.

Vampir

Veröffentlicht: September 14, 2011 in Uncategorized
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Not loving police

Veröffentlicht: September 11, 2011 in Uncategorized
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ausgelesen: Juli Zeh – Schilf

Veröffentlicht: August 21, 2011 in Ausgelesen, Literatur, Uncategorized
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[Mentizid versucht (sich) zu bilden.]

Schilf findet sich eingeordnet in „Kriminalliteratur“, die es, betrachtet man den Plot, auch – irgendwie- verköpert. Es gibt einen Todesfall, einen Mörder, Verwirrungen und: Ermittler natürlich. Wer jedoch nur einen Krimi lesen möchte, dem sei von Schilf dringend abgeraten, da die einzige im Roman vorhandene Spannung nicht durch die Auflkärungsarbeit (man erfährt unmittelbar wer der Mörder ist und durchschaut meiner Meinung nach auch sehr schnell, wer der „wirkliche“ Täter ist) sondern durch die „großen Fragen der Menschheit“ erschaffen wird.

Sebastian, Familienvater und erfolgreicher Physiker, wird zu einem Mord aufgefordert, dessen Ausführung sein vermeintlich entführtes Kind zurückbringen soll. Das allein genügt an Worten, um die Rahmenhandlung zu schildern, die das Fundament aller Gedankenexperimente bietet. Wichtiger ist jedoch, dass zwei rennomierte Physiker sich den Fragen von Raum und Zeit, Veränderbarkeit der Geschichte, Willensfreiheit und ähnlichen elementaren Daseinsfragen wie Konkurrenz und Eifersucht stellen. Es geht aber auch um Gewissen und Moral im Kontext von Recht, Glaube und Beweis. All jene Fragen sind in der – zugegeben etwas utopischen, zumindest was den sehr ideellen Ausgang anbelangt – Handlung untergebracht und untrennbar miteinander verworren.

Freude von Metaphern und prosaischer Sprache finden in Zehs Roman bestimmt viele labende Stellen. Trotz raffinierter Inhaltsgestaltung, die man in der Komplexität erst einmal so allgemeinverständlich darbieten können muss, bleibt es ein „Dazwischen-Buch“. Es ist kein klassischer Krimi, es „tut“ physikalisch und ist doch in weiten Teilen psychologisch begründet und hat, leider, ein paar Längen sowie ein Ende, das selbst im Angesicht des Todes kaum folgenlose Polizeiarbeit genannt werden kann.

Seitenhieb:  Ich bin ein optisch fixierter Leser, das lässt sich bei der Buchauswahl leider nicht immer leugnen, und das Cover von Schilf als Taschenbuch gefällt mir, auch was den Bezug zum Inhalt in mehrfacher Hinsicht angeht, ausgesprochen gut. [Völlig daneben ist lediglich der Brigitte-Kommentar auf dem Cover, dass es „[…]nervenaufreibend[…] wie Hitchcocks Meisterwerk“ sei – Vögel sind nicht gleich Vögel!]

  Juli Zeh – Schilf. Btb Verlag, 2009. 383 Seiten.