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„Grün mögen wir nicht!“

Veröffentlicht: Oktober 26, 2010 in Literatur, Persönliches
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„Grün mögen wir nicht“, hat Oma immer gesagt. Warum „wir“ grün nicht mögen, was schlecht an grün ist und wer überhaupt für dieses WIR steht, habe ich 28 Jahre lang nicht hinterfragt. Es ist einfach so. Und es ist die einfachste Begründung, warum ich Murakami nicht lesen kann. „Grün mögen wir nicht“. Mal ehrlich, 32 Euro ist ziemlich teuer für ein Buch. Da der gute Herr aber heiss umworben wurde in der Literaturnobelpreisdiskussion, mag man noch verstehen, dass sich damit gerade gut Geld verdienen lässt. Bei den gut 1000 Seiten ist man auch bereit, etwas mehr auszugeben als für ein Hardcover mit 250 Seiten; klar. Aber um 32 Euro für ein Buch auszugeben darf auch nichts mehr stören. Beim Cover begann es: Geschmackssache. Nicht schön, aber das allein soll ja kein Merkmal sein, obschon ich inzwischen weiss, dass ich zu Optikkäufen tendiere. Egal, lesen wollte ich es, gleichgültig wie es aussieht. Kein Schutzumschlag – auch noch ok. Aber wer bitte bedruckt den Schnitt mit dem Namen des Autoren? Personenkult in peinlich, denn hellgrün ist kein angenehmer Eyecatcher und wer das Buch geschrieben hat steht doch ausreichend auf Cover und Rücken. Ja Oma, grün mögen wir nicht, nicht in Kombination mit einem dreckig-weissen Einband! Das Papier fühlt sich nicht schön an, ich finde keine spannenden Dinge wie einen Index (den ich auch nicht brauche, aber ich recherchierte, ob ich eine Begründung ausser dem nahenden Weihnachtsfest und der guten Absatzmöglichkeiten des Autors für den Preis finde. Leider war dem nicht so.) Also lese ich Murakamis neuestes Werk frühestens als Taschenbuch, wenn es mir nicht vorher geschenkt wird. Allerdings kann ich es mir kaum guten Gewissens wünschen, denn warum sollten andere diese unangemessene Summe für 1Q84 bezahlen? Murakami braucht einen neuen Verlag, denn es spricht ja nichts dagegen Literatur zu unterstützen, aber bitte nicht so. Dumont enttäuscht mich, sehr sogar.
Dem Konsum sei gedankt, dass mich andere Bücher optisch mehr ansprachen und ich die Buchhandlung nicht mit leeren Händen verlassen musste. Vermutlich tue ich dem Inhalt mit meinen haptischen und optischen Ansprüchen unrecht, denn der neu erstandene Thriller wird den kaum ersetzen können, aber..: trotzdem! Oma, Du hattest Recht!